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Mi­cha­el Lucan

    Nikolaus Gradl, Rede beim LORA-Fest

    Samstag, 4.10.2003
    EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80

    Ehrenamtlicher Stadtrat Nikolaus Gradl
    Nachtrag 2023 - Das SPD-Team im Münchner Rathaus: Nikolaus Gradl

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    Ja, sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, heute zum 10. Jubiläum von 'Radio LORA' im Namen des ehrenamtlichen Stadtrats und auch der Stadt München gratulieren zu dürfen. Eigentlich ist vor 10 Jahren - also am 4. Oktober 1993 - ja nicht die Geburtsstunde von 'Radio LORA', sondern es sind eigentlich die ersten Schritte. 'Radio LORA' ist "on air" gegangen.

    Die Geschichte von 'Radio LORA' ist ja wesentlich älter, ich glaube 1986 habt Ihr einen Forderverein gegründet und Euch eingesetzt, eine Frequenz zu bekommen für ein Bürgerradio, ein lokales Radio - da kommt ja auch der Name LORA her - aber wie so die Situation in Bayern ist, ist das gar nicht so einfach, eine Frequenz zu bekommen.

    Ich hab' vorhin schon den Vertreter der BLM, der sicher auch noch was über den Kampf um die Frequenz erzählen wird, gefragt warum es zum Beispiel in Nürnberg wesentlich schneller ging und dort schon vorher Radio Z "on air" gehen konnte. Während der Kampf um die Frequenz sich in München relativ lange dargestellt hat.

    Es waren spannende Zeiten, ich hab' das in der Zeit auch ein bisschen mit begleitet als Schülerzeitungsredakteur, war manchmal bei Euch in den sehr improvisierten Kellerstudios in der Pariser Straße, wo noch - glaub' ich - damals der Technik-Raum gar nicht getrennt war vom Sprechraum. Das heißt, die Techniker mussten immer leise sein am Anfang. Und dort wurde das erste Programm vorbereitet, dass - glaub' ich - schon am 5. April 1993 auf Sendung gehen sollte. Aber, wie könnte es anderes sein, die anderen Teilnehmer auf der Frequenz - das war ja die 89,0 MegaHertz - die anderen Teilnehmer - also Radio 2Day, Radio 89HitFM, das Ihr mittlerweile schon überlebt habt, gibt's nicht mehr in München, und vor allem der erzkatholische Sender Radio Europa haben letztendlich gegen Euch geklagt und auch vor dem Verwaltungsgericht erst mal Recht bekommen. Das heißt, 'Radio LORA' konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht starten. Es hat sich noch mal ein paar Monate verzögert. Und dann - letztendlich - vor dem Verwaltungsgericht habt Ihr Anfang Oktober Recht bekommen.

    Auch die BLM - hab' ich festgestellt - hat bestätigt, es bräuchte ein etwas vielfältigeres Programm. Da hat sich dann die BLM für Euch eingesetzt. Manch andere haben das nicht getan. Zum Beispiel der Umweltminister Gauweiler, hab' ich rausgesucht, hat damals noch gehetzt gegen den "linksextremistischen" Sender in dem die so ach vermeintliche "Homo-Szene und Drogenszene" zu Wort kommen würde und hat gemeint, dann könnte man ja auch der Nationalen Volkszeitung einen eigenen Radiosender geben.

    Nikolaus Gradl und Eva Schmidt (2003-93-lora-06.jpg)
    Nikolaus Gradl und Eva Schmidt

    Ihr seid dann aber trotzdem an den Start gegangen, am 4. Oktober. Ich hab' die Sendung mit verfolgt. Sie hat nicht solange gedauert, ich glaub' nach 27 Minuten haben sich die Rechtsanwälte von Radio 89HitFM wieder eingeschaltet. Aber letztendlich seit Ihr dann, die nächsten Tage, sehr erfolgreich dort auf Programm gegangen. Zunächst mal mit 2 Stunden, mittlerweile hat sich das Programm gemausert. Jetzt kann man auf einer neuen Frequenz schon ein 5-stündiges Programm - ich muss sagen: ein sehr auch ausgewogenes Programm, wo die unterschiedlichsten Gruppen der Münchner Stadtgesellschaft zu Wort kommen - 5 Stunden tägliches Programm genießen.

    Ihr habt mittlerweile auch freundlichere Nachbarn bekommen auf der 92,4 mit Radio Feierwerk und Ihr seid - denk' ich - ein nicht mehr weg zu denkender Teil auf der Münchner Lokalmedien-Szene. So wie, jetzt würd' ich mal sagen, der Münchner Merkur und die Süddeutsche Zeitung, so hört man halt in München auch Lokalradio und schaltet ab 19 Uhr 'Radio LORA' ein.

    Die übrigens, das muss ich hier noch anmerken, auch eine sehr gute Lokalberichterstattung übers Rathaus machen. Manchmal kritisch, aber ich denke letztendlich immer sehr solidarisch mit dieser Stadt. Und ich finde auch seh einmalig bei Euch, dass die unterschiedlichsten Gruppen dieser Stadt München dort auch zu Wort kommen und selbst Programm machen können. Und dabei - denk' ich - auch jeder sehr viel dabei lernt.

    Ich denke, der Erfolg von 'Radio LORA' - 10 Jahre hab Ihr's geschafft - spricht für Euch: Dass die Leute es gerne machen, ihr ehrenamtliches Engagement da hineinstecken, wofür ich mich auch von Seiten der Stadt ausdrücklich bedanken möchte.

    Vielen Dank, Ich bin eigentlich am Ende meiner Worte, es folgen nämlich noch 2 Redner. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Erfolg. Dass es mindestens 10 Jahre noch so weiter geht.
    Vielen Dank.