Das Radio mit Zukunft ist eben anders

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Seit der Neuorientierung der bundesdeutschen Rundfunkpolitik - sprich: seit der Einrichtung privater Sender via Kabel bzw. Welle - pokern die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Industrie um die Vorherschaft im hiesigen Massenkommunikations-Apparat.
Das Ergebnis dieser Machenschaften wird und hier in München entweder in Form gebündelter B-Pictures durchgekabelt oder in die Ohren gegongt.

Es gibt viele Wege, die staatlich finanzierten oder von Werbung triefenden Sender wegen Körperverletzung durch Verbreitung dumpfer Langeweile zu bestrafen. Die Initiative "Bürgerradio Haidhausen" zum Beispiel versucht, diesen von oben verordneten Schlaftabletten die Frequenzen abzugraben. Genauer gesagt: eine der Frequenzen zu erhalten, die im Frühjahr 1987 für private Anbieter freigegeben werden.

Das grenzt an Sabotage, werden die einen sagen. Andere wiederum schmollen: das hat doch eh' keinen Sinn ... und die Sachzwänge ... bla, bla ... und die Kompromisse. Und überhaupt werden sie uns schlucken, denn ein wirklich freies Radio ist legal unmöglich.
Da ist was dran. Aber wie schon gesagt, es gibt verschiedene Methoden, um den Allmachts-Philosophen unserer Zeit die Suppe zu versalzen.


Platz schaffen, heißt die Devise. Platz für einen unbequemen, Nachrichtensperren sprengenden fantasievollen Sender von Bürgern für Bürger.

Zirka 2 Stunden am Tag will der Bürgersender das Mikro für alle diejenigen öffnen, die bis dahin immer nur zuhören mussten. Schwerverdauliches wird dann an die Ohren der SChörghubers und Co dringen. Dezentrale Radiozellen (RZ) werden sich an die Gauweilersche Skandalpolitik genau so heranprischen wie an die miese Wirtschaftsführung eines alten Arbeitersportvereins wie 1860 München, dem es ziemlich nass hereingeriedelt hat.
Aber nicht nur Gegeninformation, sondern auch Gegen-Gasteig-Kultur, Gegen-Berieselung steht auf dem Programmplan. Auf jeden Fall anti-Schick und gegen den Tritt.

Dieses Radio von unten will sich gegen die Macht des Geldes durchsetzen und allen mundtot Gemachten die gemeinsame Wellenlänge zur Verfügung stellen.
Da es illusorisch ist, zu glauben, 24 Stunden Sendezeit so füllen zu können, dass normale (und krumme) Ohren geneigt sind, durchgehend zuzuhören, will die Gruppe eine Anbietergemeinschaft gründen. Diese Gemeinschaft übernimmt die Frequenz, und jede Gruppe organisiert inhaltlich und strukturell autonom das jeweilige Programm. Man wird sich natürlich auf einen gemeinsamen Nenner, was die politische Grundhaltung betrifft, einigen müssen.

Finanziert werden sollte das Bürgerradio von den Bürgern - sozusagen durch freiwillige Rundfunkgebühren -, da sich die Initiatoren nicht gern in die Hände von Werbe-Strategen und Marketing-Planspielern begeben wollen. Den Rest sollten die städtischen Institutionen übernehmen, schließlich entspricht dieses Projekt dem auch von den roten bis grünen Parteien geforderten Konzept des offenen Kanals.

Gefragt zur Weiterentwicklung sind neben jedem einzelnen Bürger, neben Friedensinitiativen, neben Sanierungsgegnern, Frauen, Kindern, Chaoten, Ökologen und Fantasten, insbesondere geniale Dilettanten und professionelle Macher.
Schliesslich sollte bei der Ansage bayerischer Volkslieder wie zum Beispiel "Du Depp, du d-d-depperter Depp, du" vom Haindling nicht gestottert werden.

LORA-Geschichte 1.0 ...

Die erste Fassung der LORA-Ge­schich­te - im Design der damaligen Webseite von LORA München.

LORA-Geschichte 2.0 ...

Die zweite Fassung der LORA-Ge­schich­te ent­stand 2015. In­halt­lich er­weitert und neu ge­staltet. Sie umfasst auch die Inhalte der ersten Fassung.